Zucker beruhigt die Nerven

dieses kleine Sprichwort ist dir wahrscheinlich ebenso geläufig wie mir und höchstwahrscheinlich hast du es auch schon mindestens einmal am eigenen Leib erlebt. Erinnere dich an eine richtig stressige Arbeitswoche. Freitagnachmittag gibt es dann kaum etwas, das so entspannt wie eine Tafel Schokolade.

Warum wirkt Zucker entspannend?
Warum wir in stressigen Zeiten gerne zu etwas Süßem greifen liegt in unserer menschlichen Natur. Die Erste Nahrung die wir zu uns nehmen ist die Muttermilch, welche ebenso durch den Milchzucker einen süßlichen Geschmack aufweist. Das Baby ist seinem Umfeld hilflos ausgeliefert und somit auf die Hilfe von außen angewiesen. Wenn das Baby hungrig wird kann es das nur durch schreien zeigen, es bedeutet also schon von klein auf eine kleine Stressreaktion. Das Baby kann noch auf keine Lernerfahrungen zurückgreifen und das Gehirn auch noch nicht so weit ausgeprägt ist um zu begreifen, dass die Mutter das kleine Kind gleich mit Nahrung versorgen wird. Demnach bedeutet Hunger immer einen nahezu lebensbedrohlichen Zustand, bis er dann eben doch gestillt wird. Der Stress weicht und über bleibt ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit und Geborgenheit.

Unter dieser Betrachtung wird sehr verständlich warum wir in stressigen Situationen das Bedürfnis nach Zucker verspüren, wir als Erwachsene haben gelernt, dass Zucker die Nerven beruhigt.

Gegensteuern trotzdem möglich?
Die beruhigende Wirkung von Süßigkeiten liegt uns nahezu in den Genen, wir verbinden damit Entspannung und das Gefühl von Geborgenheit. Wie können wir nun trotz stressigen Zeiten diesen Mechanismus umgehen?

Eine meiner Abnehmwilligen erzählte mir von ihren entspannten Ferien, sie betonte deutlich, dass ihre Essgelüste wirklich gering waren und sie trotz Feiertagen weiter abgenommen hatte. Ich war etwas verwundert zudem ich wusste, dass sie sich häufig an Wochenenden wo sie wenig gefordert war sehr plagte mit dem Essen. Ich fragte also nach was dieses mal anders war und was ihr dabei geholfen hatte so gut durchzuhalten.
Ich hörte dann Berichte von vollen Tagesplänen und einem ausgelassenen Sozialleben, das sich sichtlich auf ihren Appetit ausgewirkt hatte.
Gedanklich bin ich dann natürlich mein eigenes Essverhalten einmal durchgegangen und da fiel mir ebenso auf, dass ich deutlich weniger Appetit habe, wenn ich viel Zeit mit Familie und Freunden verbringe.

Das Geheimnis liegt in guten Beziehungen
Aus den oben genannten Erfahrungen lässt sich also folgendes vermuten: Zucker gibt uns ein Gefühl von Geborgenheit und Nähe, wir assoziieren es immer noch mit den positiven Bindungserfahrungen unserer Säuglingszeit. Ist unser Beziehungsleben überaus erfüllend so sinkt auch auf unser Appetit auf süßes weil das Bedürfnis nach Nähe gestillt ist und nicht extern durch „Zucker zugeführt“ werden muss.
Ein weiteres Beispiel, dass diese Theorie bestätigen könnte liegt im Verliebt sein. Sprichwörtlich haben verliebte Menschen Schmetterlinge im Bauch und zeigen ebenso einen deutlich verringerten Appetit.

Fazit
Entspannt lässt es sich leichter abnehmen oder das Gewicht halten. Ein intaktes Sozialleben mit den begleitenden Gefühlen von Geborgenheit und Nähe, lassen uns entspannt fühlen. Dadurch sinkt unser Appetit, vor allem auf Süßes. Ein gutes Beziehungsleben macht also nicht nur glücklich, sondern auch schlank!

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