„Schokolade ist doch böse und macht dick!“ Immer wieder geistern diese uralten Ernährungsmythen in unseren Köpfen herum und auch wenn wir alle wissen, dass nur die Dosis das Gift macht sind diese Gedanken ganz fest in unseren Gehirnen verankert.

Letzen Sonntag musste ich zur Uni auf ein Seminar, ich war zu spät dran und hatte keine Zeit mehr mir mein Frühstück herzurichten. Am Universitätsplatz keine Spur von geöffneten Supermärkten oder Bäckerein, doch leider ein immer lauter knurrender Magen. Da blieb mir dann doch nichts anderes über als zum Automaten zu laufen und einen Schokoriegel zu kaufen. Lange dauerte es nicht und ich bekam zu hören: Schokolade ist doch schlecht. Nicht nur von meinen Studienkollegen, die von meiner #healthylifestyle Begeisterung wissen, auch meine innere Stimme hörte ich ganz laut schreien: Julia Schokolade ist Böse und ungesund.
Danke kleines nerviges Ich da oben, das weiß ich auch und weiter?

Ich bin tief beeindruckt davon, wie schnell Gedanken über vermeintlich schlechte Lebensmittel die Stimmung versauen können. Meine große Freude am analytischen Denken zwang mich dazu genauer zu ergründen wie ich dieses Bewertungssystem von guten und schlechten Lebensmitteln ins knock-out zerdenken könnte.

Also gut mein gekaufter Schokoriegel hat etwa 200kcal enthält einige Gramm Zucker sowie einige Gramm Fett. Ein großes Stück Apfel und Eine Banane, die im großen Plenum wohl die guten Lebensmittel gewesen wären, enthalten auch rund 200kcal, eine ähnliche Menge an Zucker, aber kein Fett. Eine festzustellende Tatsache ist, dass das Obst wohl wesentlich mehr Nährstoffe enthält als die Schokolade, die leider nicht gerade mit ihrem Vitamingehalt punkten kann.

Und was macht nun Schokolade böse und Obst gut? Sind Hörner und Heiligenschein angewachsen oder warum bewerten wir unsere Nahrung so gerne?

Ich denke wir sind von klein auf daran gewöhnt bewertet zu werden, unsere Eltern sagten uns wie schön wir ein Bild gemalt haben, dass wir brav unseren Spinat aufgegessen haben und später dann werden wir mit Noten von 1-5 zu einer Nummer reduziert. Die Sehr-Gut Schülerin, die Nicht-Genügend. Wir kommen den Bewertungen von außen kaum durch die Finger, doch erstaunlicherweise fangen wir irgendwann an uns selber ebenso zu behandeln, wie unsere Lehrer, die uns furchtbar auf die Nerven gegangen sind. Auch ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken einen „schlechten“ Esstag gehabt zu haben, weil ich nicht so viel Gemüse wie sonst gegessen habe oder mir mal einige Nascherein gegönnt habe. Bis zu diesem sonntägigen Ereignis war mir das gar nicht so bewusst, wie sehr ich meine Ernährung bewerte, wie doof ist das denn?

Noten gehören in die Schule aber eindeutig nicht zum Essen. Wenn du ausgewogen und nährstoffreich isst, kannst du dir auch gerne mal ein paar Nascherein erlauben ganz ohne dich wie eine nicht-genügend fühlen zu müssen. Wie schon oben erwähnt die Dosis macht das Gift und was gibt es schöneres als mit einem Kübel Popcorn im Kino zu sitzen 😉

Alles alles Liebe,

IMG_0965

2 thoughts on “Über gute und böse”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.