„12 Stunden Sport in der Woche, ich schaffe nicht mal 3, Julia wie machst du das überhaupt, dass du so diszipliniert auf deine Ernährung achtest?“ Welche Antwort ich auf diese Frage gegeben habe weiß ich nicht mehr. Was ich jedoch noch weiß ist das leicht zynische Lächeln, das mir über die Lippen gekommen ist, für das ich mich wahnsinnig schäme. Ich ertappte mich dabei das Gefühl von Überlegenheit zu verspüren, etwas „besser“ zu machen als jemand anderer. Ob mein Gegenüber das mitbekommen hat, das kann ich nicht sagen, aber der Gedanke an meinen herablassendes Lächeln bereitete mich noch lange.
Was gab mir das recht darüber zu urteilen, dass ich irgendetwas besser machen würde, nur weil ich Sport treibe und auf meine Ernährung achte?
Ich grübelte und grübelte und grübelte. Irgendwann schoss mir dann die Lösung in den Kopf.

In meinem Artikel über den Power-Run berichtete ich schon einmal über meine Unsportlichkeit. Fitness oder gesundes Essen waren lange nicht von Bedeutung für mein Leben, viel zu gerne sah ich mir kitschige Filme an und aß genüsslich Pizza, Chips und Schokolade. So wog ich in meiner Jugend mit nicht mal 1,70cm Körpergröße über 60 Kilo.
Beim Betrachten dieses Fotos kamen unschöne Erinnerungen hoch über die Bemerkungen die ich damals zu Ohren bekam. img_3842 „Reiß dich mal zusammen mit dem Essen.“ „Mach doch endlich mal ein bisschen Sport!“ oder „Iss nicht so viele Süßigkeiten!“ und dann diese herablassenden Blicke…
Ich war wahnsinnig gekränkt, denn wie bereits erwähnt, Fitness oder gesundes Essen hatten in meinem Leben keine Bedeutung. Mit meinen Freudinnen ewig lange Shoppingtouren zu machen, der nächsten Designertasche nachzujagen und am Wochenende einen Cocktail nach dem anderen zu leeren empfand ich damals als wesentlich erfüllender, bis in mir irgendwann doch der Wunsch nach einem fitten Mädchen entstand.

Aber nun zurück zu meinem zynischen Lächeln, dass mir immer peinlicher wurde. Machte ich doch ähnliche Bemerkungen wie ich sie in meiner Jugend gehört hatte. Gerade ich sollte wissen, wie grausam solche Bemerkungen sind. Über den Lifestyle eines anderen zu urteilen wie es mir damals passierte, würde meine Kränkung auch nicht besser machen. Das finden dieser „Lösung“ brachte mir aber das nötige Verständnis für mein Handeln. Mit diesem Wissen im Hinterkopf werde ich die Vielfalt an Lifestyles nun ganz anders betrachten. Jeder hat sein passendes Konzept und das eine ist genauso „gut“ wie das andere. Ob nun schwitzende Fitnessszene, berauschte Nachtschwärmer, affine Künstler oder tierliebhabende Veganer, sie haben alle einen Grund dafür, warum sie ihr Leben genau SO gestalten. Zufrieden sollen sie sein, ihrer Vision folgen und das tun was ihr Herz erfüllt. Wenn es beim einem nicht der Sport ist, dann nicht. Das heißt aber lange nicht, dass es der eine besser machen würde als der andere. Jeder individuelle Lifestyle hat seine Berechtigung und alle sind sie gleich gut oder schlecht.

Um nun die Ausgangsfrage zu beantworte, ich mache diese unzähligen Stunden an Bewegung, weil ich es mittlerweile Liebe. Ich esse gesund, weil mir andere Dinge gar nicht mehr schmecken. Es ist ein Lebensstil geworden den ich lebe und liebe. Ich denke nicht darüber nach ob ich nun eine Stunde zum Training gehen muss oder nicht. Ich tue es aus Leidenschaft, es gibt mir ein unfassbar gutes Gefühl.

Du lebst nur einmal, also genieße es. Lass DEINE Wünsch in Erfüllung gehen, du kannst das und es lohnt sich. Egal ob mit 20, 50, oder mit 70, es ist nie zu spät das Leben zu leben, dass DU dir wünschst!

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Alles alles Liebe,

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