Hallo lieber Leser!

Ich muss ja jetzt einmal zugeben, dass ich nie so der sportliche Typ war. Der „sportliche Typ“ ist eigentlich noch schwer untertrieben und beschönigend ausgedrückt, um ehrlich zu sein habe ich sogar die Meiste Zeit meines damaligen Schulsports geschwänzt, weil mich bereits 5 Minuten Laufen ins Knock-Out befördert haben.
Dennoch faszinierten mich alle diese sportlichen Menschen da draußen, die bei traumhaftem Sonnenschein durch die wunderschönen Parkanlagen von Wien joggten. Es konnte doch nicht sein, dass ich das einfach nicht zusammenbringe!?Immer wieder auf’s Neue setzte ich mir unerreichbar hohe Ziele, die ich  nicht schaffen konnte, bis ich so frustriert war, dass ich das Thema Sport schon aus meinem Leben verbannt hatte. Einzig alleine das gehen und „walken“ machte mir Spaß, ich hatte und habe kein Problem damit weite Strecken zu Fuß zu gehen doch brachte ich diese nie mit sportlicher Betätigung in Verbindung.

Nach Beendigung meiner Schulzeit fasste ich nochmal den Entschluss es mit dem Sport zu probieren und schrieb mich in einem Fitnesscenter ein,

mit dem Ziel einfach nur hinzugehen

und siehe da es funktionierte und es bereitete mir sogar Freude!!!

Nachdem auch diese Zeit schon etwas länger her ist und ich schon voll in der Freude der körperlichen Betätigung bin suchte ich also nach der nächsten Herausforderung, nach einer die mir passend und machbar erschien, denn was ich begriffen hatte war, dass ich mir realistische Ziele setzen musste um Spaß und Erfolge zu erleben. So bin ich eines Abends im Sommer über den Vienna Night Run gestolpert,5km laufen, eine Runde um den Ring, diese Challenge dachte ich mir anzunehmen und ich habe sie erfolgreich durchgezogen!

VNR_Streckenplan_2014

Die Vorbereitung und das Training waren dabei eindeutig eine Achterbahnfahrt, an manchen Tagen fühlte ich mich super nach dem laufen, an anderen fragte ich mich wieder ob ich jemals dieses Ziel erreichen könnte. Besonders stark waren diese Zweifel einige Tage vor dem Night Run. Ich hatte ungesund gegessen, Alkohol getrunken, wenig geschlafen und fühlte mich einfach nur k.o., dennoch war aufgeben in diesem Fall keine Option mehr für mich. Das Ziel war es ja auch eigentlich nur mitzumachen, dieser rettende Gedanke verhalf mir dazu tatsächlich meine Startnummer zu holen und den Lauf anzutreten.

15Minuten vor Start

Die Aufregung stieg. Ich war fasziniert von der Menschenmenge die genau wie ich am Vienna Night Run mitgelaufen ist. Mein erster Laufwettbewerb, ich war super nervös und starrte nur leer in die Menge der 20.000 Teilnehmer. Wie konnte es anders kommen als, dass ich natürlich sowohl meine Kopfhörer als auch die Wasserflasche vergessen hatte wovon das eine definitiv leichter zu besorgen war. Ich bin eigentlich noch nie ohne Musik laufen gegangen und hatte bedenken, dass das richtig demotivierend wird, also habe ich alles versucht um noch irgendwie Kopfhörer aufzutreiben, aber kein Hervis Stand, kein BioTech oder sonst eine Sportmarke, die in Zelten vertreten war, konnte mir welche verkaufen und auch der Circus Roncali am Rathausplatz konnte mir nicht weiterhelfen. Du wirst jetzt wahrscheinlich etwas schmunzeln und dich fragen wie ich auf die Idee komme, dass mir ein Zirkus Kopfhörer verschaffen kann, so bin ich aber einfach, ich versuche alles um zu bekommen war ich möchte und die Aufregung hatte meine geistige Leistungsfähigkeit eindeutig etwas beschränkt.

Ich musste den Lauf also irgendwie ohne Musik überstehen, das war mir spätestens jetzt auch klar.

Dann wurde auch schon mein Startblock aufgerufen und mich überströmte auf einmal ein tiefes Glücksgefühl, mit sinkender Nervosität bekam ich erstmals richtig die tolle Stimmung mit, die am Rathausplatz herrschte. Animateure, Cheerleader und musikalische Unterstützung. Ich war schlichtweg begeistert und fühlte mich plötzlich großartig. Es kam der Zeitpunkt an dem ich erstmals realisierte, dass ich gerade einen großen Traum von mir in Erfüllung gehen lasse. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen an dem ich einfach nur noch loslaufen wollte und einen Augenblick später hörte ich auch schon den Startschuss.

Los geht’s. Gefesselt von der Atmosphäre und Stimmung die den ganzen Ring lang herrschte vermisste ich keine Minute meine Kopfhörer. Die Sorgen nicht richtig auf den Lauf vorbereitet zu sein verschwanden auch vollkommen.

Auf der Zielgerade überströmte mich dann wirklich ein rausch ähnlicher Zustand von Glück, Stolz und Zufriedenheit. Ich habe es geschafft, ich habe es durchgezogen und das auch noch in meiner persönlichen Bestzeit, in 28 Minuten und 10 Sekunden einmal um den Ring, beim letzten Training brauchte ich noch ganze 36 Minuten.

Fazit

Ich möchte dir sagen, dass es sich lohnt für seine Ziele zu kämpfen. Ich möchte dir sagen, dass es egal ist wie klein oder groß sie für andere scheinen. Das einzige worauf es ankommt ist, dass es deine Träume und Ziele sind, die dich glücklich machen. Je kleiner die Ziele sind desto besser, desto eher kannst du sie erreichen und sogar noch viel mehr schaffen. Das Gefühl etwas so lange gewünschtes endlich bekommen zu haben ist einfach unglaublich und gibt so viel Energie! Ich wünsche mir für dich von ganzem Herzen, dass auch du deine Träume und Ziele nicht aus den Augen verlierst und dich nicht entmutigen lässt. Es ist dein Leben und du darfst dir aussuchen wie du es leben möchtest! Fange an zu leben und tu das was dein Herz erfüllt, das unbeschreiblich schöne Gefühl, dass du dann erleben wirst ist unbezahlbar, das verspreche ich dir!

Bilder:
(http://www.viennanightrun.at/2015/09/04/alle-news-zum-heurigen-nightrun-in-wien/)
(https://www.facebook.com/viennanightrun/?fref=ts)

5 thoughts on “Der erste Laufwettbewerb meines Lebens”

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