Kennst du diese Tage an denen du dich in den Spiegel schaust und nur meckern könntest, du fühlst dich einfach nicht wohl in deiner Haut. Die Jeans sitzt zu eng, das Shirt will nicht so recht passen und der Blick in den Spiegel frustriert dich. Der Erste Gedanke der dir kommt ist, dass es bestimmt etwas mit deinem Gewicht zu tun haben muss oder?

Der schöne Schein
Unsere Mediengesellschaft hat eine richtig gute Leistung erbracht wenn es darum geht ein Schönheitsideal zu prägen. Wer fühlt sich nicht manchmal etwas traurig oder schlecht, wenn er umzingelt von perfekten Figuren und Traumkörpern ist. Wahrscheinlich steckt in jedem von uns eine gewisse Sehnsucht diesem Ideal von Photoshop Frauen zu entsprechen, mit perfekt geraden schlanken Beinen und keiner einzigen Delle am Körper.
Tatsache ist jedoch, dass die Meisten einen solchen Körper nur mit extrem vielen verzichten, wenn überhaupt erreichen könnten. Gewicht hat einen größeren Stellenwert wie je zu vor in einer Gesellschaft in der sich jeder Versucht so schön und toll wie nur möglich darzustellen, doch wo bleibt da eigentlich das wohlfühlen bei so viel Fassade?
Lange Zeit habe auch ich mich von dem gespielten Perfektionismus unserer Gesellschaft vereinnahmen lassen. Die Fassade wurde von Tag zu Tag wichtiger als das Tatsächliche Innenleben, bis ich eine Begegnung machte die mir die Augen öffnete. Meine Hoffnung ist dir einen Denkanstoß geben zu können, deshalb möchte ich auch diese sehr persönliche Geschichte mit dir teilen.

Vor längerer Zeit war ich sehr sehr dünn, so dünn, dass man meinen konnte jetzt sei es wohl Perfekt und dennoch war ich geplagt von der Unzufriedenheit mit meinem Körper.
Mein Wohlfühlgewicht lag in so weiter Ferne wie von Österreich zum Nordpol, mir fehlte jede Energie, ich fühlte mich antriebslos und müde und trotz herausstehender Knochen hatte ich nicht den Eindruck gut genug auszusehen.
Eines Abends auf einer Party lernte ich ein Mädchen kennen, dass ein paar Kilo zu viel hatte, wie konnte es anders kommen, als, dass wir anfingen uns über Essen und Figur auszutauschen. Damals waren diese Gedanken so präsent, dass ich es einfach nicht lassen konnte ständig darüber zu reden auch wenn es mir im Nachhinein eigentlich peinlich war. Rational hatte ich ja begriffen, dass ich nichts zu meckern haben könnte und dieses arme Mädchen musste sich neben mir meine vermeintlichen Figurprobleme anhören. Ich schämte mich richtig und entschuldigte mich bei ihr. Dann passierte etwas unglaubliches, sie war mir so dankbar, dass ich alle meine Gedanken angesprochen hatte, denn ihr ging es genauso. Ich bekam so viel Verständnis und Mitgefühl entgegengebracht wie ich es mir in meinen Träumen nicht hätte vorstellen können.
Ich hatte ein paar Kilo zu wenig, sie ein paar Kilo zu viel, doch wir beide waren unzufrieden mit uns, unseren Körpern, unseren Leben. Wir schritten antriebslos und müde auf der Suche nach Perfektion durch unser Leben.
An diesem Abend schien uns beiden der Knopf aufgegangen zu sein, es geht nicht darum für andere gut auszusehen oder einem vermeintlichen Ideal zu entsprechen, was wir zu lernen hatten war Frieden mit uns zu schließen und unser persönlichen Wohlfühlgewicht zu finden.

Was Wohlfühlgewicht für mich bedeutet

Heute weiß ich wieder was es bedeutet sich im eigenen Körper wohlzufühlen und zufrieden mit dem Wohlfühlgewicht zu sein. Wohlfühlgewicht kann meiner Meinung nach nicht durch eine Zahl oder einen BMI bestimmt werden, es bedeutet sich ausgewogen zu ernähren, genussvoll essen zu können, das Essen in Gesellschaft genießen, ein Stück Schokolade zu essen ohne nachher ein schlechtes Gewissen zu haben, so viel zu essen, dass sich der Magen angenehm anfühlt und das Gefühl von Energie nach dem Essen zu verspüren anstatt Schuld.

3 hilfreiche Fragen auf dem Weg zum Wohlfühlgewicht
Das Wichtigste am Weg zum Wohlfühlgewicht ist meiner Erfahrung nach zu lernen auf den eigenen Körper zu hören. Diese 3 Fragen empfinde ich dabei als besonders hilfreich.

  • Welche Nahrungsmittel geben mir Energie anstatt mich müde zu machen?
    Wenn ich mittags einen Salat mit etwas Getreide esse dann fühle ich mich danach am wohlsten um gut durch den Tag zu kommen. Am Abend dürfen es bei mir gerne auch mal mehr Kohlenhydrate sein, weil es dann für mich passt müde zu sein. Das ist nur ein Beispiel aus meiner Erfahrung, probiere einfach aus was dir guttut und mit welchen Nahrungsmitteln du dich am wohlsten fühlst.
  • Womit bekomme ich ein gutes Körpergefühl?
    Sport im richtigen Maß hilft mir regelmäßig dabei meinen Körper besser zu spüren und die Kraft der Muskeln wahrzunehmen. Für mich gibt es keine bessere Möglichkeit für den Aufbau eines guten Körpergefühls als Sport, dennoch gilt auch hier wieder, dass du eine passende Möglichkeit für dich und deine Bedürfnisse findest. (Wenn du noch nach dem passenden Sport für dich suchst, kann dir dieser Artikel dabei helfen)
  • Was hilft mir dabei genussvoll zu essen?
    Ich mag es beispielsweise nicht alleine zu essen. Beim gesellschaftlichen Essen kommt für mich erst die richtige Genusskomponente dazu, die mir ebenso dabei hilft nur so viel zu essen wie ich brauche um satt zu sein. Versuche auch du dich dabei zu beobachten in welchen Situationen du wirklich genussvoll isst und dein Sättigungsgefühl am besten wahrnehmen kannst.

Fazit

Täglich werden wir mit einem Schönheitsideal konfrontiert, das nahezu unerreichbar ist. Dennoch kämpfen wir immer wieder damit diesem Idealbild entsprechen zu wollen und verzichten dadurch mitunter auf eine Menge körperliches Wohlbefinden.

Essen darf Genuss und Freude bedeuten, der Körper will genährt werden genau wie unsere Seele, welche  über unser gängiges Schönheitsideal nicht sonderlich erfreut ist. ICH vs. Fassade, wem möchtest du mehr Gewicht geben?

 

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