„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“
„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“,
sagte der Körper zur Seele. – Ulrich Schaffer

Höre ich da ein grummeln in meinem Magen? Hunger? Oder doch nur ein Signal der voranschreitenden Verdauung? Mhh da liegen ja noch ein paar Kekse, ach sehen die aber lecker und saftig aus. Zwei von denen können doch nicht schaden. Die Süße Schokolade, der Knusprige Keks, lecker. Oh ich komme schon, der nächste Termin warten. Ach ist nicht schon bald Mittagszeit? Die nächste Familienfeier wartet und auch hier werden in Windeseile die nächsten drei Gänge verspeist. Ob ich überhaupt Hunger hatte? Gute Frage!

Kommt dir das bekannt vor? Ständiges Snacken zwischendurch, hier ein Keks, da ein paar Nüsse und so schnell die Snacks gegessen sind, so schnell sind sie auch schon wieder vergessen. Mit bewusstem essen hat das nichts mehr zu tun!

Wohlfühlen, wie fühlt sich das eigentlich genau an, wann habe ich eigentlich wirklich Hunger und wann esse ich nur, weil mir etwas in die Quere kommt und ich dem appetitlichen Anblick nicht widerstehen kann?

Nach zwei extrem stressigen Wochen in denen alles schnell gehen musste, fühlte ich mich extrem unwohl. Ich konnte nicht genau zuordnen woran es lag aber bei einer kleinen Reflexion fiel mir auf, dass ich definitiv anders gegessen hatte als sonst. Sehr anders sogar. Junk-Food oder Zucker hatte ich schon lange von meiner Überwiegenden Ernährung gestrichen, doch in den letzten zwei Wochen haben sich diese kleinen Übeltäter wieder geschickt in mein Leben geschlichen. Das Resultat, eine schlechte Leistung im Sport, ein unwohles schlappes Gefühl, extreme Müdigkeit und ein grauenvolles Körpergefühl. Grund Genug um etwas zu ändern, achtsam zu ändern. Jetzt reicht es endgültig mit dauerndem Wechsel von extremem Hunger und extremer Völle. Jetzt wird bewusst gegessen.

MINDFULNESS-BASED EATING AWARENESS-TRAINING

Essen ohne Hunger zu haben, das passiert uns allen mal und dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, wenn bei einer Geburtstagsfeier mal ein Stück Torte mehr auf den Teller kommt, weil sie einfach so unfassbar lecker ist. Passiert das aber über einen längeren Zeitraum, wie mehrere Tagen oder Wochen, so kann das ziemlich auf den Magen schlagen, auf die Waage schlagen und vor allem auf die Stimmung schlagen. Mehr zu essen als wir eigentlich brauchen passiert immer dann, wenn wir unserm Körper gegenüber nicht achtsam genug sind. Hören wir auf die Signale unseres Körpers, dann machen wir auch Schluss, wenn ein wohliges Gefühl der Sättigung in der Bauchregion zu spüren ist. Nach zwei Wochen Körperüberhören ist es also an der Zeit für das Eating Awareness Training, dass dir dabei hilft deine Hungergefühle besser einordnen zu können. Konzipiert ist dieses Training für Menschen mit Essstörungen die über einen sehr langen Zeitraum ihre körperlichen Gefühle übergangen sind. Durch die Achtsamkeit und das sich trauen die eigenen Gefühle wie auch Hunger und Sättigung wieder wahrzunehmen soll sich ein normaler Appetit einstellen.

DIE GOLDENEN REGELN DES ACHTSAMEN ESSENS

(übersetzt von http://www.mb-eat.com/#about-mbeat-cc)

Achtsames Essen beinhaltet das wiedererlernen der natürlichen Hungergefühle

Wie fühlt sich Hunger an? Wie stark sind sie im Moment? Woher weißt du das? Verwechselst du den Impuls zu Essen mit richtigem physischen Hunger, weil das Essen da ist, weil dir langweilig ist oder du dich ängstlich fühlst.

Achtsames Essen beinhaltet intensives Schmecken der Mahlzeiten

Schon nach wenigen Bissen wird unser Gaumen müde und sendet nur noch wenige Geschmacksignale, wenn wir nichtig bewusst darauf achten. Warum etwas essen, wenn du es gar nicht genießt!? Es geht also um die Verbindung mit deinem inneren Gourmet.

Achtsames Essen beinhaltet das Lernen zu wissen wann du genug hast

Achte darauf wann du satt bist und du ein angenehmes Sättigungsgefühl im Bauch wahrnehmen kannst. Nach einer anstrengenden Trainingseinheit kann das einmal länger dauern als nach einem ganzen Tag sitzen. Dieses Gespür zu schärfen kann eine Zeit lang dauern.

Achtsames Essen beinhaltet eine Bedachte Wahl von gesunden Lebensmitteln

Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geschmack soll die Mahlzeit genussvoll gestaltet sein. Verzichte weitgehend auf das Verbot von Lebensmitteln. Genussvoll essen bedeutet auch manchmal ein richtig gutes Stück Schokolade zu essen, dass viel mehr bietet als vielleicht drei gewöhnliche Schokoriegel aus dem Supermarkt.

Achtsames Essen beinhaltet das Wissen über Inhaltsstoffe und Nährwerte

Anstatt ängstlich den Kalorien aus dem Weg zu gehen sollte eine Neugierde für die Nährwerte der liebsten Speisen entstehen. In kleinen Mengen sind auch hochkalorische Lebensmittel kein Grund um darauf zu verzichten, dennoch macht es Achtsam wie viel davon auf den Teller kommt.

Achtsames Essen beinhaltet auch mehr Achtsamkeit im Alltag

Wir alle können aufmerksam sein. Meditation ist eine der machtvollsten Möglichkeiten um Achtsamkeit zu schulen. Sie fördert eine innere Balance und lässt ruhe in den Körper einkehren.

UMSETZUNG

Eine ganze Woche werde ich nun dokumentieren was ich esse, mir ansehen wo meine Lebensmittel herkommen, davor notieren wie groß der Hunger war ebenso wie das Gefühl nach dem Essen, dazu wird im Anschluss noch eine Zeichnung angefertigt die das „Sättigungsgefühl“ ausdrücken soll. Nachdem das Sättigungsgefühl 20 Minuten braucht bis es einkehrt, wird ein Timer gestellt bevor eine nächste Portion auf den Teller kommt.

Wie das ganze Experiment ausgeht und welche spannenden Erfahrungen ich dabei machen werde, erfährst du nächste Woche in einem neuen Blog-Post.

Bis dahin wünsche ich dir alles alles Liebe,

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